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"Ein Döner mit scharf!"
Mit der deutschen Sprache geht es bergab. Nur noch wenige trauen sich in der Öffentlichkeit ungeniert zu deklinieren!
Einige wichtige Erkenntnisse gleich zu Anfang:
- Goethe und Schiller sind tot!
- Sardellen werden der Auslöser für den Dritten Weltkrieg sein und
- Wir benutzen zu wenig Umlaute!
Zum besseren Verständnis: Seit Freund Friedrich und Freund Johann Wolfgang ihr irdisches Dasein vor einiger Zeit notgedrungen beenden mussten geht es stetig abwärts mit der einst so schönen deutschen Sprache. Kein zweiter Teil der Glocke, kein Director's Cut von Faust, statt dessen Bücher von Dieter Bohlen und Hera Lind. Die deutsche Sprachkultur leidet, und das nicht zuletzt auch durch die Globalisierung.
Bestellen fünf Leute telefonisch beim Italiener, ist mindestens einer darunter, der eine Pizza mit Sardellen bekommt, die er gar nicht haben wollte! - Und warum? Weile deutsches Sprache schweres Sprache isse und "ohne" für einen Neapolitaner mit der Lizenz zum Teigkneten wohl so klingen muss wie "bitte mit extra viel"! - Fast noch schlimmer als toter Salzfisch sind sogenannte Anglizismen, die aus unserer Sprache immer mehr "Denglisch" werden lassen und vor allem die ältere Generation an den Rand der Verzweiflung bringen. Nicht nur, dass beim Wort "Email" heutzutage keiner mehr an den Schmelzüberzug auf dem stillen Örtchen denkt und bei "Talk" an das, was einem aus den Gesichtsporen quillt, nein auch der Lotterieverkäufer auf dem Rummel will ab sofort nicht mehr länger "Loser" sein. Was dabei keiner merkt: Langsam aber sicher verschwinden so auch alle Äs, Ös und Üs aus dem Sprachgebrauch! Hätten wir nicht so viele türkische Mitbürger, Umlaute wären vermutlich schon längst ausgestorben! Selbst das örtliche Telefonbuch, einst Inbegriff des deutschen Selbstbewusstseins, biedert sich im WWW global verständlich als das "Oertliche" an.
Ist unser sprachrevolutionäres Schicksal demnach besiegelt? - Glücklicherweise nicht!
Noch gibt es linguistische Robin Hoods, die es sich zur Aufgabe gemacht haben für eine "reine deutsche Sprache" (Zitat) einzutreten und alles Nichtdeutsche aus dem Reich zu verweisen! Allen voran der heldenhafte Verein Deutsche Sprache e.V. mit fast 15.000 Mitglieder in mehr als 30 deutschen Ländern, der dem Verfall und der Beschmutzung des deutschen Literatenwortes Einhalt gebieten will! Einst Weltsprache, findet Deutsch die Grenzen seiner Verbreitung heute vielfach schon in den neuen Bundesländern. "Nanü?", "Isnüschwa!" Dabei ist die Sprache doch so ziemlich das einzige, worauf man als Deutscher noch öffentlich und uneingeschränkt stolz sein darf, sehen wir einmal vom cholerisch-demagogisch gerollten Rrrrrrrr ab! Leider ist heutzutage jedoch der einzige Platz für Dichtungen der Wasserhahn, und so heißt es nur noch selten:

"Potztausend und Donnerkeil! Welch bezaubernd Maid sich mir offenbart! Mir ward als ob die Holde den Odem mir raubet. Ob ich ihrem Antlitz entgegentreten kann um ihr meine Ehrerbietung zu erweisen?"
Meist genügt ein schlichtes, semantisch frevelhaftes: "Hey! Ficken?"
Sicher, die deutsche Sprache hat ihre Tücken. Sie ist weder so romantisch wie das Französische, noch so temperamentvoll wie das Spanische und auch nicht so al dente wie das Italienische. Selbst das lauwarme Britisch-Englisch kommt besser weg!
Unser Problem: Zwar weiß jeder Deutsche, wie er Hämorrhoiden bekommt, keiner aber wie man sie schreibt. Selbiges gilt für die Pluralform von Opossum. Heißt es nun Opossume, Opossumse oder Opossii? Selbst Koniferen auf dem Gebiet der Linguininistik dürften mit so etwas ihre Probleme haben. Es sind nämlich gerade Fachtermini und Fremdwörter, die unsere Sprache so schwer machen. Und das führt eben zu Sodom und Gonorrhö im Sprachgebrauch!
Caligula, Cumulus, Cunnilingus? Wer verknotet sich da nicht - zumindest gedanklich - die Zunge? Fehlinterpretationen können verheerend sein, vor allem dann, wenn man bei der unscheinbaren Ankündigung "After hour" erst hinten herum erfährt, dass es sich um eine Schwulenbar handelt. Diesbezüglich sollte man auch nicht gleich überreagieren, wenn einen der Arzt im Behandlungsraum unter vier Augen auf homöopathische Erfahrungen anspricht und tiefgehendere Analysen vorschlägt. - Ein Pedologe ist übrigens nicht zwangsläufig pädophil und der Nachbar, der sich als leidenschaftlicher Philatelist entpuppt, muss nicht unbedingt eine Vorliebe für klassische Konzerte oder Frischkäse mit Halbfettstufe haben. Pyromanen sind auch weder besonders klein noch dreieckig und aus Ägypten! Zur allgemeinen Verwirrung führt auch die Ansicht, dass Prophylaxe, Askese und Ekstase Gestalten der griechischen Mythologie seien und die Bistrowagenbediensteten der Deutschen Bahn bei Misanthropa arbeiten. Zugegeben, zumindest Letzteres erschiene durchaus plausibel. In diesem Zusammenhang ein kleiner Tipp für die bevorstehende Grillsaison: Es könnte durchaus zu Missverständnissen führen, wenn Sie sich - vorausgesetzt Sie sind Mediziner - aufgrund ihrer Vorliebe für Kräuterbutter unwissend der deutschen Sprachhürden als "Gour-Mengele" bezeichnen.
Ausreichende deutsche Sprachkenntnis ist übrigens nicht nur beim Entgegennehmen von Heimservicebestellungen von Vorteil, sie erweisen sich auch dann als nicht unwichtig, wenn es darum geht, ob beim Frühstück auf das Butterbrot nun ein Aufstrich, ein Anstrich oder ein Abstrich kommt. Zumindest dem Geschmackssinn zuliebe sollte man im Groben die Unterschiede kennen! Phil Collins war übrigens auch nie bei Genitiv und ein Akkusativ lässt sich nicht wirklich gut wiederaufladen. Nymphomanie hat davon abgesehen zwar schon etwas mit Vögeln zu tun, weniger aber mit Nymphensittichen; jedenfalls sollte es das nicht, schon aus rechtlichen Gründen! Und seien Sie sich sicher: Frauenfußballmannschaften werden vor Länderspielen niemals ihre Nationalhymen präsentieren!
Fast noch schlimmer als Fremdworte sind allerdings solche, die man bereits im Kindergarten gelernt hat, die jedoch irgendwann -oft während der Pubertät - einen erstaunlichen Bedeutungswandel erfahren haben und notorisch missverstanden werden sobald sie gebraucht werden. Denken Sie denn wirklich bei "Wichse", "Latte", "Sack", "Eier" und "Melonen" an dreckige Schuhe, Baumarkt und Obstkuchen? Wie schön, dass derartig negative Anhaftungen mit der Zeit auch wieder verschwinden können. Hätten deutsche Autos heute sonst noch einen Vergaser und man Freude in der Sauna beim Ausschwitzen?
Von Zeichensetzung, Satzbau und Zeiten wollen wir erst gar nicht geredet haben wollen werden tun;.! Das, !beherrscht ,sowieso keiner,:. Ich kaufe ein Ö...
gruenetomaten@live-magazin.de
Patrik Wolf
P.S. Dieser Satz kein Verb.
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